Effizienzhaus 55 soll Standard werden KfW-Förderung für Sanierung startet wieder am 22. Februar

Ab dieser Woche können Bauherren wieder eine KfW-Förderung für energieeffiziente Sanierung beantragen. Die EH40-Neubauförderung soll ab März wieder anlaufen – mit neuen Regeln und Zeitdruck für Antragsteller.

Die Förderung für energieeffizientes Bauen und Sanieren kommt langsam wieder in Gang. Ab dem 22. Februar 2022 können wieder neue Anträge bei der KfW für Sanierungsmaßnahmen gestellt werden. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, sollen die Förderbedingungen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bei der Sanierung unverändert bleiben.

Bei der Neubauförderung solle es ab März wieder losgehen, sagte Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) vergangene Woche im ZDF. Derzeit liefen hierzu intensive Abstimmungen innerhalb der Bundesregierung. Geplant sei, nur noch die Effizienzhausstufe 40 zu fördern – mit reduziertem Fördersatz und gedeckelt auf eine Milliarde Euro bis zum Jahresende. “Da muss man sich auch klar machen, dass die Milliarde schnell weg sein kann”, betonte er.

KfW-Förderung: Auch Altanträge werden bewilligt

Vor wenigen Wochen musste der Minister von einem Tag auf den anderen alle KfW-Förderprogramme für effizientes Bauen und Sanieren stoppen, weil die dafür genehmigten Haushaltsmittel schneller als erwartet aufgebraucht waren. Das hatte für sehr großen Unmut bei Bauherren und der Bauwirtschaft gesorgt. Die Politik steuerte darauf hin nach. Auch bis zum 24. Januar gestellte, aber noch nicht bewilligte Anträge sollten noch gefördert werden. Die KfW habe bereits begonnen alle förderfähigen Anträge zu bearbeiten. Bauherren mit dem Effizienzhausstandard EH55, die ihre Anträge noch bis zum ursprünglichen Ende des Programms zum 31. Januar stellen wollten, gehen wie berichtet leer aus.

Habeck will Effizienzhaus 55 zur Pflicht machen

Doch damit nicht genug. Das Effizienzhaus 55 soll nach Vorstellung Habecks ab dem kommenden Jahr verpflichtend werden. “Ich meine, dass wir ab dem 1. Januar 2023 KfW55 zum Standard im Neubau machen sollten”, sagte er auf dem Wohnungsbautag. Dies bedeutet, dass ein Haus nur 55 Prozent der Energie eines Standardhauses verbrauchen darf. Derzeit sind Neubauten erlaubt, die 75 Prozent der Energie eines solchen gesetzlich definierten Standardhauses verbrauchen. Zuvor hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags die Freigabe von 9,5 Milliarden Euro für die Bundesförderung effiziente Gebäude (GEG) zur Kenntnis genommen, so dass der Förderstopp aufgehoben werden kann.

 

Quelle: Deutsche Handwerkszeitung vom 21.02.2022