Juli 2021: Fachbereich PV besucht Agri-PV-Anlage in Althegnenberg

 

Entlang der Bahnlinie München-Augsburg sind auch im Brucker Landkreis bereits einige Freiflächen-PV-Anlagen zu sehen. Wer genauer hinsieht, bemerkt bei Althegnenberg einen Unterschied, nämlich den deutlich größeren Abstand zwischen den Modulenreihen. Hierbei handelt es sich um eine Agri-PV-Anlage, die Landwirtschaft und Stromerzeugung miteinander verknüpft. Im Gegensatz zur FF-PV wird die Fläche zu fast 90 % weiterhin für den Ackerbau genutzt und löst so den Konkurrenzgedanken zwischen Strom- und Lebensmittelerzeugung auf. Ebenso zeigt sich, dass die teilweise Beschattung der Flächen durch Modulreihen für manche Ackerfrucht von Vorteil ist, insbesondere in den immer länger andauernden, trocknen Perioden. Studien des Fraunhofer Instituts (ISE) aber auch der FH Erfurt zeigen, dass eine doppelte Nutzung der Fläche auch einen fast doppelten Gesamtertrag erbringen kann.
Das wollte sich der Ziel21-Fachbereich PV direkt vor Ort ansehen und besuchte im Juli die Anlage nahe Althegnenberg. Zwei Stunden konnten die Mitglieder des Fachbereichs und Interessierte Fragen an den Entwickler Thomas Rebitzer, den Eigentümer Herr Wiedemann und den Landwirt Martin Glasl stellen. Insbesondere Fragen über die Auswirkungen der Anlage auf die landwirtschaftliche Nutzung standen im Mittelpunkt wie auch der Genehmigungs- und Planungsprozess. Hierbei betonte Herr Rebitzer die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Althegnenberg und dem Landratsamt FFB, die gegenüber dem “Feldversuch” aufgeschlossen waren und die Umsetzung unterstützend begleiteten. Der Ackerbau zwischen den Modulreihen ist zwar im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, aber funktioniert sehr gut, bestätigte Martin Glasl.
Für den Fachbereich PV ist die Kombination Landwirtschaft und PV in Form von Agri-PV-Anlagen ein weiterer wichtiger Baustein im Prozess der Energiewende und bietet Landwirt/innen interessante Chancen. Der Fachbereich steht hier gerne für Rückfragen zur Verfügung. Interessierte können sich über Ziel21 an die Fachbereichsleiter Stefan Eibl und Falk-Wilhelm Schulz wenden.