Juli 2021: Steuerbefreiung beim Betrieb von kleinen PV-Anlagen

Die Einkünfte aus kleinen Photovoltaik-Anlagen müssen zukünftig nicht mehr bei der Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Auf dieses neue Wahlrecht macht der Energiewendeverein ZIEL 21 aufmerksam. Damit wird der Betrieb kleiner Photovoltaik-Anlagen attraktiver und spart Bürokratie. Möglich macht dies eine neue Regelung, auf die sich Bund und Länder verständigt haben. Danach müssen Einkünfte aus dem Betrieb kleiner Photovoltaik-Anlagen mit bis zu zehn Kilowatt peak bei der Einkommensteuer künftig nicht mehr erfasst werden.

Bis jetzt waren umfangreiche Erklärungspflichten bei solchen kleinen Anlagen erforderlich. ZIEL 21 begrüßt die neue Vereinfachungsregelung, weil sie dazu beiträgt den Einsatz der kleinen Photovoltaik-Anlagen attraktiver zu machen. Jede Photovoltaik-Anlage ist gut und wichtig für Energiewende und Klimaschutz.” Photovoltaik-Anlagen bis zehn Kilowatt peak, die neu errichtet werden, erhalten seit 2020 weniger als zehn Cent Einspeisevergütung je Kilowattstunde. Daraus ergeben sich durchschnittlich weniger als 100 Euro Gewinn im Jahr. Wird der Strom teilweise selbst verbraucht, fällt der Gewinn noch geringer aus. Vor diesem Hintergrund werden auch immer häufiger neben der Photovoltaik-Anlage Batteriespeicher installiert, um den nicht eingespeisten und nicht unmittelbar selbstverbrauchten Strom für den künftigen Eigenbedarf vorhalten zu können. Der Batteriespeicher verursacht weitere Investitionskosten und im Einzelfall auch Finanzierungskosten, sodass der steuerliche Gewinn noch geringer ausfällt. Damit steht der bürokratische Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag. Steuerpflichtige können den Wegfall der Erfassung bei der Einkommensteuer formlos schriftlich beantragen, wenn die Anlagen auf „zu eigenen Wohnzwecken genutzten oder unentgeltlich überlassenen Ein- und Zweifamilienhausgrundstücken einschließlich Außenanlagen (zum Beispiel Garagen) installiert sind und nach dem 31. Dezember 2003 in Betrieb genommen wurden“.

Es ist außerdem vorgesehen, dass die Finanzämter bei der Bearbeitung der Steuererklärung auf die betroffenen Steuerpflichtigen schriftlich zugehen werden und von dem neuen Wahlrecht informieren. Die Neuregelung betrifft ausschließlich die Einkommensteuer. Für die Umsatzsteuer, die bei PV-Anlagen ebenfalls relevant sein kann, gelten die bisherigen Regelungen weiter. Durch die Wahl der sogenannten „Kleinunternehmer-Regelung“ können PV-Anlagen Besitzer hier ebenfalls eine Besteuerung vermeiden.

Quelle: Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen vom 02.06.2021, 2021/0627224