Energie aus Bioabfall

Derzeit gibt es drei potenzielle Wege, den anfallenden Biomüll im Landkreis Fürstenfeldbruck zu entsorgen:

Grafik Bioabfall FFB

Während bei dem Biomüllanteil aus der Restmülltonne durch die thermische Abfallbeseitigung der stoffliche Mehrwert verloren geht, bleibt bei der Eigenkompostierung das energetische Potenzial ungenutzt. Anders die Energiebilanz bei der Bioabfallvergärung: Hier wird durch eine Kaskadennutzung zunächst Energie für die Strom- oder Erdgasproduktion gewonnen und im Anschluss stehen die Gärreste als Düngematerial auch stofflich zur Verfügung.

Warum gibt es Kritik am Sammelsystem mit Bioabfallsäcken?

Durch das derzeitige Sammelsystem via Bioabfallsäcke ist der Inhalt an nativer Organik limitiert. Das bedeutet, dass eine beachtliche Menge wie bspw. eiweißhaltige Flüssigabfälle nicht im Bioabfallsack entsorgt werden dürfen, obwohl diese Stoffe als „Bioabfall“ viel Energie enthalten. Diese Menge wird also auf anderen Wegen, meist durch die Restmülltonne entsorgt.

Im Landkreisweiten Vergleich liegt Fürstenfeldbruck mit einer Pro-Kopf-Menge von 23 kg deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt in Höhe von 57 kg.

Wie können wir die Bioabfallmenge erhöhen?

Um die Menge an Bioabfällen im Landkreis Fürstenfeldbruck zu steigern (etwa um das drei- vierfache), empfiehlt sich die Einführung einer Biotonne. In diese könnten die Verbraucher deutlich mehr Bioabfälle legal entsorgen.

Durch die Erhöhung der Menge an Bioabfall auf – im schlechtesten Fall – 17.000 Tonnen, würde sich der Betrieb einer landkreiseigenen Biogasanlage rentieren. Dies hätte den Vorteil, dass der Landkreis unabhängig Bioenergie produzieren könnte und damit klimaneutral Strom gewinnen und somit einen erheblichen Beitrag zur Energiewende leisten würde. Derzeit bezahlt der Landkreis Fürstenfeldbruck Geld dafür, dass er seine native Organik in das über 100 Km entfernte Volkenschwand liefert. Durch eine Vergärung im Landkreis könnten zudem weite Fahrtwege und daraus resultierend enorme CO2- und Abgasemissionen wegfallen.

Was bedeutet das für den Verbraucher?

Haushalte, die derzeit nicht eigenkompostieren, wären von den Gebühren prinzipiell nicht betroffen. Sie bezahlen neben der einheitlichen Grundgebühr auch eine Leistungsgebühr. Eigenkompostierer hingegen, erhalten eine Befreiung von der Leistungsgebühr. Laut aktuellem Gutachten des BIFA-Instituts, gibt es allerdings 50% „Trittbrettfahrer“ im Landkreis. Das bedeutet, dass jeder zweite Haushalt zwar angibt, im Garten zu kompostieren und damit die Leistungsgebühr nicht bezahlen muss, aber in Wirklichkeit den anfallenden Kompost via Bioabfallsäcke bzw. darüber hinaus anfallende Mengen im Restmüll entsorgt. Damit wird der „ehrliche“ Bürger, welcher die Leistungsgebühr offiziell bezahlt, benachteiligt. Durch die Einführung einer Biotonne würde sich die Befreiung von der Leistungsgebühr für Eigenkompostierer reduzieren. In anderen Worten: Eigenkompostierer können ihr System beibehalten, würden aber nicht mehr die volle Leistungsgebühr einsparen, sondern nur mehr etwa die Hälfte. Ein kleiner finanzieller Nachteil also für Eigenkompostierer, dafür aber ein großer Beitrag zur Energiewende im Landkreis!

Daneben ergibt sich der Vorteil, dass Gartenbesitzer, bei denen kleinere Mengen an Grünschnitt anfallen, diese in der Biotonne entsorgen können. Dadurch entstehen dem Verbraucher weniger Fahrten zum Wertstoffhof: Die Entsorgung für Gartenabfälle entwickelt sich also vom Bringsystem zum Holsystem!

Einen idealen ökologischen Kreislauf für Bioabfälle sehen Sie hier